Acquafredda di Badia Prataglia

13/04/1944

Razzia zur Kontrolle des Territoriums

Während der zweiten Aprilwoche 1944 war die Straße, die über den Mandriolipaß führt (SS71), Schauplatz von vereinzelten Partisanenaktionen, die von Widerstandsgruppen aus der Emilia-Romagna durchgeführt wurden. Einigen Berichten von Partisanen aus dem Casentino zufolge, gab es auch ein Feldlazarett in der Nähe des Paßes, welches zu den Partisanengruppen aus der Emilia-Romagna gehörte. Am 10.April wird von den Faschisten ein Angriff auf ein deutsches Militärfahrzeug in der Nähe des Paßes registriert, ohne Opfer auf beiden Seiten. Am 12.April greifen einige Partisanen (mit großer Wahrscheinlichkeit Angehörige der Grande Brigata Romagnola und somit auf dem Weg in Richtung der Schlacht von Biserno) ein Auto an, was auf der Paßstraße SS71 fährt: ein Offizier und ein Feldmarschall verlieren dabei ihr Leben, während ein Unteroffizier verletzt wird , sich aber retten kann. Am Morgen des 13.April bewegt sich eine Einheit der I Division des Fallschirm-Panzerregimentes Herman Göring in Richtung Mandriolipaß, mit Ziel Badia Prataglia. Weitere Einheiten des gleichen Regimentes, auch hier durch die Präsenz von Faschisten verstärkt, bewegt sich Richtung Partina. Auf der Höhe von Acquafredda machen die Truppen Guido Ciampelli aus, der zufällig auf der Paßstraße unterwegs ist, um ein Kinderbett für seine Tochter zu kaufen: vielleicht wird er für ein Partisan gehalten, auf jeden Fall wird sofort auf ihn geschossen. Nur noch wenige hundert Meter vom Ort entfernt, nimmt die Truppe drei junge Arbeiter der Organisation Todt fest, die von Badia Prataglia auf dem Weg zur Arbeit in Pian del Ponte sind: sie werden mit einem Laster in die Nähe des Flüßchen Isola gebracht und dort vor eine Mauer gestellt und erschossen. In der Zwischenzeit stecken Soldaten derselben Einheit das Hotel Belvedere in Brand und versammeln ca.50 Personen mit der Intention, sie an der Mauer der Schule zu erschießen. Nur der Einsatz des Elitesoldat der nationalen Forstmiliz, Mario Battisti, der seit 1936 Kommandant der Forststation in Badia Prataglia ist, und der, trotz der Proteste seiner Familie, aus der Kaserne kommt und sich in perfektem deutsch an die Offiziere der Göring-Einheit wendet, kann das befürchtete Ende abwenden. Nach einer Verhandlung von einer Stunde, erreicht er die Freilassung aller Geiseln. Diese Aktion ist ganz sicher mit der großangelegten Aktion gegen den Monte Falterona zu verbinden, die auch Vallucciole, Partina , Moscaio und Lonnano trifft.

Die Stimmen

Guido Mulinacci

Crediti: Località Badia Prataglia. Riprese e intervista di Pier Angelo Bonazzoli realizzate il 01/04/2018.

Pasquale Donati detto il Moro

Crediti: Località Badia Prataglia. Riprese e intervista di Pier Angelo Bonazzoli realizzate il 21/04/2018.

Die Vorzeichen

Mahnmal für die Gefallenen von Badia Prataglia

Informationen

Ort der Unterbringung: Straßenrand

Datum der Platzierung:

Beschreibung

Das Mahnmal besteht aus zwei großen Marmorplatten, die an eine Mauer gelehnt sind, auf der linken stehen die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges, während auf der rechten die Namen der Gefallenen, der Zivilopfer und die Opfer dieser Racheaktion aus dem zweiten Weltkrieg stehen. Zwischen den Platten ist eine breite Nische, in der sich eine große Lampe aus Bronze befindet. Über den Platten befindet sich eine Art von Gebälk mit der Inschrift "Von Badia Prataglia an seine Gefallenen".

Persönliche Beobachtungen

Nachrichten und Kontextualisierung

Dieses Massaker war keine Folge der beiden Guerilla-Aktionen vom 10. und 11. April, d.h. zweier Partisanenangriffe auf Autos, die auf der Mandrioli-Paßstraße SS71 unterwegs waren und bei denen zwei oder drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen waren, sondern war Teil einer groß angelegten "Rekultivierungsaktion" des Apenninstreifens zwischen dem Muraglione-Pass (Staatsstraße 67) und dem Mandrioli-Pass (Staatsstraße 71), die am 7. April begann und das doppelte Ziel hatte, die Partisanenverbände der Romagna und der Toskana in eine Sackgasse zu drängen und die Nord-Süd-Verbindungsstraßen der 10. deutschen Armee der Wehrmacht sicher und passierbar zu machen. (Alessandro Brezzi, Poppi 1944. "Storia e storia di un paese nella "Linea Gotica" 2015 Seite 67, Verlag associazione Nazionale combattenti e reduci – Abteilung von Poppi, Druckerei "la Zecca" , Levane, Arezzo). Die Kompanien des Panzerregiments Hermann Göring, flankiert von den italienischen Einheiten der GNR, töten in der Ortschaft Acquafredda, wenige Kilometer vor dem Dorf Badia Prataglia, einen Mann; weiter Personen werden an einem Gebäude auf der Brücke über den Bach Fiume d'Isola aufgereiht. Weitere fünfzig Männer waren an der Wand der Grundschule aufgereiht. Das Massaker begann mit der Ermordung der drei jungen Männer, die am Eingang des Dorfes aufgegriffen wurden (Gino Grilli, Otello Zani, Sincero Tacconi). In diesem Moment erschien der "Auserwählte Soldat" Mario Battisti, Kommandant der Forststation von Badia Prataglia, auf der Bildfläche; dieser wendet sich in perfektem Deutsch an die jungen, deutschen Offiziere und überzeugte sie von der Unschuld der Badiani und von der Tatsache, dass sich keine Partisanen unter ihnen versteckten, und schloss die Verhandlungen mit der Freilassung der Geiseln ab.

Galerie:

Autor: Istituto Comprensivo Dovizi Bibbiena

Gedenkstein für Guido Ciampelli

Informationen

Ort der Unterbringung: Straßenrand

Datum der Platzierung:

Beschreibung

Der Gedenkstein ist Guido Ciampelli gewidmet, einem Zivilisten, der hier am 13.April 1944, während der Vergeltungsaktion gegen die Partisanen des Monte Falterona, von den Deutschen der “H. Göring”- Einheit erschossen wurde. Es handelt sich um einen rechteckigen Naturstein, auf dessen Oberfläche eine Marmorplatte befesteigt ist. Selbige trägt den Epigraf mit dem Namen des Gefallenen und dem Todesdatum; im oberen Teil der Platte, in der Mitte, ist auch ein kleines Kreuz graviert. Sowohl die Schriften als auch das Kreuz wurden mit schwarzer Farbe ausgemalt. Über allem ist ein Eisenkreuz installiert. Der Gedenkstein befindet sich am Straßenrand, zwischen zwei kleinen Zypressen.

Persönliche Beobachtungen

Nachrichten und Kontextualisierung

Galerie:

Autor: Alessandro Bargellini